31.10.10
Rally to Restore Sanity and/or Fear

I fought Nazis and they don't look like Obama

Wer öfters mal auf amerikanischen Webseiten unterwegs ist oder sich für das Geschehen jenseits des Atlantiks interessiert, wird über die dort anhaltende politische Stimmung informiert sein, dass sich viele von Obama abgewandt haben und die ultrakonservative Tea-Party-Bewegung immer größeren Einfluss gewinnt. Die, nun ja, sehr seltsame Ansichten vertreten die von ihrem Hauptstandpunkt den Staat soweit es geht zu entmündigen aber auch Vertreter wie Christine O'Donnell haben, die Masturbation für eine Sünde halten und Darwins Evolutiontheorie leugnen.

Das wohl bekannteste Gesicht hinter der Tea-Party-Bewegung ist der Talkradio- und Fernsehmoderator Glenn Beck, welcher eine eigene Show auf dem Fox "News" Channel hat und dort nur Nachrichten vom feinsten liefert ohne polemisch zu werden. Ernsthaft, dieser Kerl verzapft so einen Schwachsinn und schürt letztendlich nur die Angst vor dem amerikanischen Untergang, dass er zurecht von Stephen King als "Satans geistig behinderten jungen Bruder" betitelte und er bei Fox den passenden Sender gefunden hat, da dieser auch nur so voller Polemik und Angstmacherei strotzt und der wahre Journalismus völlig auf der Strecke bleibt.

Nun hat dieser Glenn Beck am 28. August 2010 eine "Rally to Restore Honor" aufgerufen, bei der er zusammen mit 80.000 Leuten zum Jahrestag und am Ort der Rede von Martin Luther King seinen geistigen Dünnschiss lautstark in die Menge posaunte und auch noch die Dreistigkeit besaß, sich auf Martin Luther King zu berufen und ganz im Sinne dessen Vorstellung zu handeln. Purer Bullshit.

Da man sich nicht mehr auf die amerikanischen Medien und auch Politiker verlassen kann und dem amerikanischen Volk nichts anderes als Angst eingeredet wird, greifen die zwei bekannten, und mir überaus sympathischen, Komiker Jon Stewart und Stephen Colbert ein und riefen zur "Rally to Restore Sanity and/or Fear" auf, zu der auch 250.000 Menschen kamen und mit sehr witzigen, satirischen und auch zynischen Schilder und Plakate gegen die Politik und Medien zu demonstrieren und um die Vernunft im Lande wiederherzustellen.

Man kann nur hoffen, dass dieser Protest einige Leute dort drüben aufweckt und bei den anstehenden Kongresswahlen am Dienstag etwas gegen die Angstmacherei unternehmen.

Wer sich noch mehr Eindrücke von dieser Rally machen möchte darf hier, hier aber auch hier klicken.

Schade, dass es zwei so tolle Komiker nicht auch hier bei uns gibt.

 

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